OCM · Optimized Credit Risk Mitigation

OCM optimiert die Sicherheiten-Werteverteilung.

In großen Kreditportfolios sind Risikopositionen häufig über mehrere Sicherheiten zu Besicherungsgeflechten verbunden. Zu den Risikopositionen gehören neben Krediten auch außerbilanzielle Positionen, beispielsweise noch nicht in Anspruch genommene Kreditzusagen.

Zweckerklärungen legen fest, welche Sicherheitenwerte für welche Risikopositionen eingesetzt werden dürfen. Daraus entsteht die Struktur des Besicherungsgeflechts mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Werteverteilung.

Die Aufgabe von OCMDas mathematische Verfahren OCM verteilt die anrechenbaren Sicherheitenwerte in den einbezogenen Besicherungsgeflechten optimal, um die RWA zu minimieren.

OCM verändert die Zuordnungen des Kreditinstituts nicht. Es optimiert die Verteilung der Sicherheitenwerte innerhalb jedes Besicherungsgeflechts.

So entsteht die Optimierungsaufgabe
Seit 2002im produktiven Einsatz
Über 600 Mrd. €Gesamtkreditvolumen im laufenden Einsatz von OCM
Mehr als 15.000Zweckerklärungen in den größten Besicherungsgeflechten

Cross-Collateralized Credit

Zweckerklärungen formen das Besicherungsgeflecht.

Enge und weite Zweckerklärungen definieren die Verbindungen zwischen Risikopositionen und Sicherheiten. OCM verändert diese Zuordnungen nicht. Es optimiert die Verteilung der Sicherheitenwerte innerhalb jedes Besicherungsgeflechts.

Isolierte 1:1-Zuordnung

Berechenbar, aber ohne Verteilungsspielraum

Eine Risikoposition ist fest mit einer Sicherheit verbunden. Es gibt keine alternative Werteverteilung.

Feste Zuordnung einer Risikoposition zu einer SicherheitEine Risikoposition ist genau einer Sicherheit zugeordnet. Es besteht kein Verteilungsspielraum.R1S1feste Zuordnung
Heterogenes Gesamtgeflecht

Unterschiedliche Werteverteilungen

Mehrere Risikopositionen eines Kreditnehmers und mehrere Sicherheiten sind durch enge und weite Zweckerklärungen unterschiedlich verbunden. Jede einzelne Verrechnung eines Sicherheitenwerts beeinflusst die Risikominderung im Gesamtgeflecht. Deshalb optimiert OCM die Risikominderung im Gesamtgeflecht.

Heterogenes BesicherungsgeflechtDrei Risikopositionen eines Kreditnehmers sind mit drei Sicherheiten verbunden. Eine weite Zweckerklärung verbindet die erste Sicherheit mit allen drei Risikopositionen. Enge Zweckerklärungen verbinden die übrigen Sicherheiten mit einzelnen Risikopositionen.R1R2R3S1S2S3RisikopositionenSicherheiten
enge Zweckerklärungweite Zweckerklärung
Entscheidend ist die Struktur des Gesamtgeflechts.

Viele enge Zweckerklärungen schließen eine Optimierung nicht aus. OCM entfaltet seine Stärke vor allem in heterogenen Geflechten mit unterschiedlichen Verbindungen. Bei ausschließlich weiten Zweckerklärungen ist dagegen jede Risikoposition mit jeder Sicherheit verbunden. In einem solchen voll verbundenen Geflecht ist die Verrechnungsreihenfolge bei ungewichteter Betrachtung unerheblich. Bei einer RWA-Bewertung genügt es, die einzelnen Sicherheitenwerte in absteigender Reihenfolge nach der jeweils erzielten RWA-Reduktion zu verrechnen. Eine komplexe Geflechtoptimierung ist für dieses voll verbundene Geflecht nicht erforderlich.

Was OCM berechnet

Von der Ausgangs-RWA zur optimal risikogeminderten RWA.

OCM optimiert die einbezogenen Besicherungsgeflechte mit den jeweils übergebenen regulatorischen oder internen Risikoparametern.

Ausgangsbewertung

RWA vor der Verteilung

OCM berechnet die RWA aller in die Berechnung einbezogenen Risikopositionen mit den geltenden Risikofaktoren und weiteren fachlichen Parametern.

Mathematische Optimierung

Optimale Verteilung im Gesamtgeflecht

OCM bewertet die Wirkung der anrechenbaren Sicherheitenwerte im Geflecht und ermittelt die Verteilung mit der niedrigsten RWA nach den Regeln der CRR III oder anhand interner Maßstäbe des Kreditinstituts.

Ergebnisnachweis

RWA nach der Besicherung

OCM weist die optimale Verrechnung, die besicherten und unbesicherten Anteile sowie die RWA vor und nach der Risikominderung aus.

Welche Parameter prägen das Ergebnis?

OCM berücksichtigt die für die jeweilige Verrechnung maßgeblichen Risikofaktoren und anrechenbaren Sicherheitenwerte. Dazu gehören insbesondere Haircuts für Wertschwankungen der Sicherheitenwerte sowie für Laufzeit- und Währungsinkongruenzen.

CRR III in OCM

Die für die Sicherheiten-Werteverteilung relevanten Regeln der CRR III sind in OCM für den Standardansatz, den Basis-IRB-Ansatz und den fortgeschrittenen IRB-Ansatz implementiert. Bei Berechnungen nach CRR III bewertet und optimiert OCM die relevanten Besicherungsgeflechte mit den Parametern des gewählten regulatorischen Ansatzes.

Der wirtschaftliche Hebel

Der OCM-Effekt beginnt beim Vergleich mit dem bestehenden Verfahren.

Der zusätzliche Effekt von OCM ist direkt messbar: Er entspricht der Differenz zwischen der RWA nach der bisher eingesetzten Verteilung und der RWA nach der mathematisch optimalen OCM-Verteilung.

Saubere Vergleichsbasis

Vom heuristischen Ergebnis zum messbaren OCM-Effekt

Bestehendes VerfahrenRWA nach heuristischer Verteilung

Ausgangswert des tatsächlich verwendeten Alternativverfahrens

OCMRWA nach optimaler Verteilung

Ergebnis für dasselbe Geflecht und dieselbe fachliche Parametrierung

Messbare ZusatzwirkungZusätzliche RWA-Reduktion

Die durch die optimale Verteilung erzielte zusätzliche RWA-Reduktion gegenüber dem heuristischen Verfahren

Rechnerische KapitalwirkungZusätzliche RWA-Reduktion × bindende Kapitalquote

Das Ergebnis ist kein Gewinn. Wirtschaftlicher Nutzen entsteht erst durch die bankindividuelle Verwendung der zusätzlichen Kapital- und Bilanzkapazität, beispielsweise für weiteres Kreditgeschäft. Finanzierung, Liquidität, Risikokosten, Betriebskosten und die Kosten von OCM müssen in einer belastbaren Wirtschaftlichkeitsrechnung zusätzlich berücksichtigt werden.

Parametergesteuerte Flexibilität

Dasselbe Geflecht. Unterschiedliche fachliche Fragestellungen.

Das mathematische Verfahren bleibt gleich. Im Meldewesen werden die Parameter des gewählten regulatorischen Ansatzes angewendet. Für Controlling, Kreditanträge und andere institutsspezifische Analysen kann das Kreditinstitut eigene Risikofaktoren übergeben.

Meldewesen

Welche RWA ergibt sich unter den regulatorischen Regeln?

Für das Meldewesen verwendet OCM die Parameter des Standardansatzes, des Basis-IRB-Ansatzes oder des fortgeschrittenen IRB-Ansatzes und minimiert die RWA entsprechend den CRR-III-Regeln.

Kreditrisiko-Controlling

Wie bewertet das Kreditinstitut das Geflecht mit eigenen Maßstäben?

Eigene oder strengere Risikofaktoren ermöglichen eine interne Bewertung, die bewusst von der regulatorischen Sicht abweichen kann.

Kreditantrag und Änderung

Wie verändert neues Geschäft das Gesamtgeflecht?

Die Risikowirkung einer neuen oder erweiterten Risikoposition kann gemeinsam mit den bestehenden Risikopositionen des Kreditnehmers und dem relevanten Portfolio bewertet werden. Im Simulationslauf bewertet und optimiert OCM das betroffene Besicherungsgeflecht neu.

Nachweisbares Ergebnis

Das Optimum bleibt vollständig nachvollziehbar.

Ein niedriger RWA-Endwert allein genügt nicht. Das Kreditinstitut muss erkennen können, wie die Risikominderung entstanden ist und auf welchen Ebenen sie wirkt.

Je VerrechnungVerrechnete Risikoposition, zugeordnete Sicherheit, Verrechnungsbetrag sowie RWA vor und nach der Risikominderung
Je RisikopositionBesicherter und unbesicherter Anteil sowie verbleibende RWA
Je SicherheitVerwendete und noch freie Anteile des anrechenbaren Sicherheitenwerts
Je nach AnsatzEffektive LGD und weitere Kennzahlen der Kreditrisikominderung
AggregiertErgebnisse für Geflecht, Kontrahent, Kreditnehmereinheit, Portfolio und den verarbeiteten Gesamtbestand
Der Vorteil

OCM macht aus dem mathematischen Optimum ein prüfbares Verrechnungsergebnis. Die Informationen stehen für Meldewesen, Controlling, Simulationen und nachgelagerte Systeme auf den benötigten Ebenen bereit.

Fachlicher Austausch

Sie haben Fragen zu komplexen Besicherungsgeflechten oder zu OCM?

Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an. Wir sprechen gerne mit Ihnen über Ihre fachliche Fragestellung.